Wenn 65 Schülerinnen und Schüler gemeinsam mit ihrem Tutor Herrn Schließmeyer und den begleitenden KollegInnen Decker, Ehlen und Knoll abends in Steinfeld in den Bus steigen und am nächsten Morgen in Wien aufwachen, beginnt eine Studienfahrt, wie sie am Hermann-Josef-Kolleg Tradition hat. Vom 9. bis 16. Oktober erlebte die Q2 sechs Tage in der österreichischen Hauptstadt, dazu zwei Reisetage mit Nachtfahrt hin und zurück.
Wien bot Geschichte zum Anfassen: Schloss Schönbrunn, die Hofburg mit dem (leider weitgehend geschlossenen) Sissi-Museum und eine Wanderung durch die Steinhofgründe mit Picknick. Bei den Salvatorianern gab es eine Führung samt Besuch der Gruft, über den wir separat berichteten (HIER). In der UNO-City erfuhren die Schüler, wie internationale Politik organisiert wird, und das Jüdische Viertel und der Stephansdom erzählten Stadtgeschichte.
Besonders nachhaltig wirkten die Führungen zu Sucht und Obdachlosigkeit. Sie zeigten Wien von einer Seite, die in keinem Reiseführer steht, und machten Hilfsangebote ebenso greifbar wie die Lebenswirklichkeit der Betroffenen. Für viele war das ein Perspektivwechsel, über den noch lange gesprochen wurde. Wer lieber Kunst wollte, konnte Belvedere, Karlskirche und Secession besuchen.
Dazu kamen das Haus der Musik, das MuseumsQuartier und ein Musical für Musikbegeisterte. Und es ging viel zu Fuß: Die SchülerInnen legten täglich über 20.000 Schritte zurück, der Höchstwert lag bei 36.000. Ein gemeinsamer Abend in einem Lokal bildete den Abschluss, dann brachte der Nachtbus alle zurück, und am Freitagmorgen waren alle wieder gesund und mehr oder weniger munter in Steinfeld an.
Solche Fahrten sind für uns mehr als Ausflüge. Sie machen Unterrichtsstoff greifbar, stärken die Gemeinschaft und zeigen, was unsere Schule ihren Schülerinnen und Schülern über den Klassenraum hinaus bietet.
(SL)







