2026/2027

Im Rah­men einer Füh­rung mit den Stu­fen­spre­chern besuch­ten wir die St.-Michaels-Kirche in Wien. Pater Peter von Mejil SDS gab uns zunächst eine Ein­füh­rung in die Geschich­te der Kir­che, die zu den ältes­ten Got­tes­häu­sern Wiens zählt. Dabei erfuh­ren wir unter ande­rem, dass hier 1791 Mozarts Requi­em erst­mals auf­ge­führt wur­de.

Im Anschluss wur­den wir von den Ordens­leu­ten zu Kaf­fee und Kuchen ein­ge­la­den. Bei einem gemein­sa­men Gespräch erhiel­ten wir Ein­bli­cke in die Selig­spre­chung von Pater Titus. Zudem über­reich­te uns Pater Peter ein Stem­ma, auf dem die Nie­der­las­sun­gen der Sal­va­to­ria­ner kennt­lich gemacht sind, dar­un­ter auch unse­re in Stein­feld. Ein schö­ner Beleg dafür, wie weit das Netz der Ordens­ge­mein­schaft reicht und wie eng unse­re Schu­le damit ver­bun­den ist.

Danach besuch­ten wir die noch nicht voll­stän­dig erschlos­se­ne Biblio­thek, die vom Vor­gän­ger­or­den hin­ter­las­sen wur­de. Beson­ders Herr Schließ­mey­er geriet dabei in hel­le Auf­re­gung. Pater Peter bot ihm dar­auf­hin kur­zer­hand einen Feri­en­job zur Kata­lo­gi­sie­rung der noch nicht ein­ge­se­he­nen Bän­de an. Ob er das Ange­bot annimmt, ist noch offen.

Anschlie­ßend erleb­ten wir den wohl ein­drucks­volls­ten Teil des Besuchs: die Füh­rung durch die his­to­ri­sche Gruft.

Dort lager­ten einst mehr als 4.000 Sär­ge. Beson­ders beein­dru­ckend waren die teils kunst­voll bemal­ten und auf­wen­dig gestal­te­ten Sär­ge, dar­un­ter auch präch­ti­ge Metall­aus­füh­run­gen, die vor allem für Ange­hö­ri­ge des Adels ange­fer­tigt wor­den waren. Wir erhiel­ten spek­ta­ku­lä­re Ein­bli­cke in die außer­ge­wöhn­li­che Gruft und ihre Lei­chen ver­gan­ge­ner Jahr­hun­der­te, zu denen auch meter­ho­he Ansamm­lun­gen mensch­li­cher Gebei­ne und Schä­del gehör­ten.

Die Nut­zung der Gruft begann im frü­hen 16. Jahr­hun­dert, als aus hygie­ni­schen Grün­den zahl­rei­che Fried­hö­fe inner­halb Wiens geschlos­sen wur­den und Bestat­tun­gen zuneh­mend in unter­ir­di­schen Grüf­ten statt­fan­den. Seit etwa 200 Jah­ren wird die Gruft nicht mehr für Bestat­tun­gen genutzt. Den­noch sind zahl­rei­che der dort befind­li­chen Mumi­en bis heu­te bemer­kens­wert gut erhal­ten.

Ein ein­schnei­den­des Ereig­nis war ein Bom­ben­tref­fer wäh­rend des Zwei­ten Welt­kriegs, durch den eine Was­ser­lei­tung beschä­digt wur­de und gro­ße Was­ser­men­gen in die Gruft ein­dran­gen. Um die his­to­ri­sche Sub­stanz und die erhal­te­nen Mumi­en zu schüt­zen, sorgt heu­te ein kom­ple­xes Kli­ma­sys­tem für die Regu­lie­rung der Luft­feuch­tig­keit.

Der Besuch ermög­lich­te uns nicht nur einen außer­ge­wöhn­li­chen Ein­blick in die Bestat­tungs­kul­tur ver­gan­ge­ner Jahr­hun­der­te, son­dern ver­mit­tel­te auch ein ein­drucks­vol­les Bild davon, wie eng Geschich­te, Glau­be und die Ent­wick­lung der Stadt Wien mit­ein­an­der ver­bun­den sind. Die Füh­rung wird uns ins­be­son­de­re auf­grund der ein­zig­ar­ti­gen Atmo­sphä­re der Gruft und der zahl­rei­chen his­to­ri­schen Details in Erin­ne­rung blei­ben.

Von Bru­no Reinsch (Q2), mit Ergän­zun­gen von Ste­fan Schließ­mey­er